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LJEM 2026: Urzeit-Abenteuer und Titelkämpfe in Neumünster

An Ostermontag geht es los: Das Urzeit-Camp im Kiek-In Neumünster öffnet seine Türen und empfängt 200 Teilnehmende, die die Landesmeistertitel der Altersklassen U8(w) bis U18(w) ausspielen. Wir nehmen euch hier auf der Webseite und auf Instagram mit zurück in die Vergangenheit und schreiben eine Woche lang die fesselnde Geschichte der LJEM 2026. Hier geben wir einen Überblick über die anstehenden Turniere und mit welchen FavoritInnen zu rechnen ist.

U10

Beginnen wir bei den Jüngsten, der Altersklasse U10. Fast 40 Teilnehmende werden am Mittwoch anreisen, um die Besten und dieses Jahr nur zwei Plätze zur Deutschen Meisterschaft in Willingen zu ermitteln. Schon im Vorjahr dabei waren Oscar Reese (SK Doppelbauer Kiel) und Mavi Solar (Lübecker SV), die sich als Topgesetzte gute Chancen ausrechnen dürfen. Außerdem noch eine DWZ über 1.000 haben Matheo Adam (SV Bargteheide) und Florian Kafle (SK Doppelbauer Kiel), die es den beiden Favoriten nicht einfach machen werden. Neben den Titeln in der U10 wird in dem Turnier auch der Landesmeistertitel U8 ausgespielt. Die einzigen Anwärter mit einer DWZ sind Lennard Zarss (SV Bargteheide) und Mark Muradyan (Lübecker SV), die jedoch von einigen wertungslosen Herausfordern Konkurrenz bekommen werden. Gerade die jüngeren Altersklassen sind für viele Überraschungen offen, knapp die Hälfte der Teilnehmenden hat sich noch keine DWZ erspielt und ist damit nur sehr schwer einzuschätzen. Man weiß nie, ob ein harmlos wirkender Schach-Saurus plötzlich zu einem gefährlichen Raubtier mutiert.

In der U10w haben sich 10 Teilnehmerinnen eingefunden, von denen drei zur DJEM fahren dürfen. Die beste DWZ hat Mila Joyce Freymann (SK Doppelbauer Kiel), verfolgt von einem Elmshorner Trio bestehend aus Camille Taris, die Landesmeisterin der U8w letztes Jahr, und dem Geschwisterduo Emmy und Nike Posske. Letztere ist zusätzlich noch Anwärterin auf den Landesmeisterinnentitel U8w, hier wird es zu einem Zweikampf mit Luisa Schmidt (SV Bargteheide) kommen.

Insgesamt zeichnen sich in der U10 zwei aufregende Turniere ab, die sicherlich von vielen neuen Namen aufgemischt werden. Es bleibt spannend, wer sich am Ende durchsetzen kann und oben auf dem Treppchen steht.

 

U12

Auch in der U12(w) wird wieder um die Qualifikationsplätze gekämpft. Mit 44 Anmeldungen ist die U12 aktuell die größte Altersklasse dieser LJEM, bei der U12w sind es dahingegen dieses Jahr nur 10. In der offenen Klasse gibt es dieses Jahr nur 2 Plätze, die sich durch die LJEM für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren und sich damit dem vorqualifizierten Toshiya Aguike von Raisdorf anschließen. Bei der U12w qualifiziert sich nur die Landesmeisterin für die Deutsche Meisterschaft. Eine qualifizierte Vorhersage bezüglich des Landesmeistertitels ist in dieser Altersklasse besonders schwer. Wenn man streng auf die Wertungszahl guckt, dann steht der Lübecker Finn Wachruschew mit einer beachtlichen ELO von 1699 auf dem ersten Setzlistenplatz. Dicht gefolgt auf dem zweiten Platz ist der Kieler Chris Wang. Chris ist in den letzten Jahren mit seiner aktiven Teilnahme an diversen Schachturnieren aufgefallen, wobei er seit der letzten LJEM einen DWZ-Zuwachs von über 200 Punkten aufweisen kann. Ein weiterer eindeutiger Kandidat für einen Qualifikationsplatz ist Adam Khadem Aljamea (Lübecker SV). Im letzten Jahr in der U10 auf dem 1. Platz schon für die DEM qualifiziert und auch dort eine starke Performance gezeigt, kann er in diesem Jahr mit seinem selbstsicheren und taktikreichen Spielstil um die vordersten Plätze kämpfen. Aber wie schon am Anfang angedeutet, ist die Wertungszahl in dieser Altersklasse sehr wenig aussagend, da viele talentierte Spieler zwar weniger DWZ haben, aber trotzdem um das Treppchen kämpfen. Dabei muss man definitiv die Lübecker Theo Frerich und Niilo Egert, den Elmshorner Luka Nikolic und die Oldesloer Hadi Haidary und Nayar Alshaal im Auge behalten.

Ähnlich schwer ist es auch in der U12w. Mit einer DWZ von 1374 schrammte die Elmshornerin Viktoria Bräutigam letztes Jahr mit dem 2. Platz in der U10w knapp am Titel vorbei, dieses Jahr hat sie die Chance, mit dem ersten Platz den Qualifikationsplatz zu sichern. Dass eine Elmshornerin bei der U12w gut abschneidet, ist dabei gar nicht so unwahrscheinlich, denn 6 der 10 Teilnehmerinnen sind im Elmshorner SC. Davon muss man Hanna Hirzel und Sophie Vasileva besonders im Auge behalten. Aber auch aus anderen Vereinen kommen Anfächterinnen für die oberen Plätze. Maartje Kolbinger vom Trittauer Schachverein und Nele Martens aus Wilstermarsch haben eine Elo von über 1500 und zeigen damit, dass sie definitiv das Talent haben, um vorne mitzuhalten.

Die U12 und die U12w sind zwei Altersklassen voller talentierter SpielerInnen, von denen wir uns auf einige Überraschungen gefasst machen müssen.

 

U14

Auch in diesem Jahr werden die Landesmeistertitel der älteren Altersklassen wieder in offenen Schweizer-System-Turnieren ausgespielt. Nach der Umstellung im vergangenen Jahr bleibt damit alles beim Bewährten: Ein gemeinsames Teilnehmerfeld, viele enge Paarungen und von Beginn an Spannung pur, denn bereits kleinste Fehler früh im Turnier können im Titelrennen am Ende ausschlaggebend sein. Die Altersklasse U14 stellt bisher mit 38 Anmeldungen wohl eindeutig das größte Teilnehmerfeld im Turniersaal dar, obwohl die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr etwas geringer ausfällt. Doch das soll uns nicht davon abhalten, aufregende Kämpfe um die Landesmeistertitel mitzuverfolgen. Denn in diesem Jahr steht sowohl in der U14 als auch in der U14w nur jeweils einer der heißbegehrten Qualifikationsplätze zu den Deutschen Einzelmeisterschaften zur Verfügung. Einen klaren nominellen Favoriten kann man in dieser Altersklasse nicht direkt ausfindig machen, vielmehr eine kleine Gruppe von Spielern, welche sich vermutlich alle eine ähnliche Chance auf den Meistertitel ausmalen dürften. Dabei sei zuerst Michal Moskalenko (Elmshorner SC) erwähnt, welcher sich im letzten Jahr bereits souverän zum Landesmeister U12 krönen konnte. Auch wenn er somit noch zum jüngeren Teilnehmerjahrgang zählt, führt er die Meldeliste mit einer Elo von 1825 bereits an. Mit Theodor Lanert (TuRa Harksheide) ist der amtierende Vizemeister in der U14 ebenfalls weit oben auf der Setzliste vertreten. Bereits seit 2022 hat er bisher in jedem Jahr die Qualifikation geschafft, um an den Deutschen Meisterschaften erfolgreich teilzunehmen und wertvolle Erfahrung zu sammeln. Doch um diese Serie weiter fortzusetzen, wäre nichts Geringeres als ein Turniersieg nötig. Nachdem Moritz Charchulla (SK Doppelbauer Kiel) ein herausragendes Schachjahr gespielt hat, weist dieser mit 1810 die höchste DWZ des gesamten Feldes auf. Auch wenn er sich bisher in den vergangenen Jahren im direkten oder indirekten Vergleich gegenüber Theodor geschlagen geben musste, wird er in diesem Jahr sicher gut vorbereitet und mit Ambitionen auf den Titel anreisen. Ebenfalls im Wettbewerb um die vorderen Plätze befinden sich Paul Matti Kutz (Lübecker SV), sowie Isa Mohideen Farouk (SC Agon Neumünster). Nominell sind diese nur kurz hinter den drei Favoriten angesiedelt und stellen so sicher eine starke Konkurrenz im Titelkampf dar, die keinesfalls unterschätzt werden sollte und sicherlich den ein oder anderen Punkt abnehmen wird.

Der Wettbewerb um den Landesmeisterinnentitel U14w in dieser Altersklasse wird sich zwischen fünf Teilnehmerinnen dieses Feldes entscheiden. Die Rolle als nominelle Favoritin dürfte für Mane Margaryan (Elmshorner SC) nicht ganz ungewohnt sein, denn diese hält sie bereits seit einigen Jahren inne. Während Mane sich in den Jahren 2021, 2022, 2023 und 2025 den entsprechenden Landesmeisterinnentitel ihrer Altersklasse sichern konnte, kam es vor zwei Jahren zu einer deutlichen Überraschung. Lokalmatadorin Zahra Guliyeva (SC Agon Neumünster) gelang es gegen die vermeintlich stärkere Konkurrenz ein perfektes Turnier zu spielen und sich mit 9 aus 9 Punkten zur Landesmeisterin 2024 zu krönen. Nachdem sie im letzten Jahr nicht am Turnier teilgenommen hat, kehrt sie in diesem Jahr zurück und wird sicherlich alles daran setzen, Mane an einer Titelverteidigung zu hindern. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob es durch das Schweizer System überhaupt zum direkten Kräftemessen kommt oder ob es ein Fernduell wird.

 

U16

Was können wir von unserer U16 in diesem Jahr erwarten? Ein Blick auf die Setzliste zeigt schnell: Ganz vorne gibt es zwar einen klaren Favoriten, doch dahinter lauert ein dichtes Verfolgerfeld, das jederzeit eingreifen kann. Dadurch verspricht die Altersklasse mit 24 Teilnehmenden ein spannendes Turnier zu werden.

Angeführt wird die Setzliste von Darian Farokhi (SK Doppelbauer Kiel), der mit deutlichem Abstand in der Wertungszahl ins Turnier geht. Damit trägt er die Rolle des Favoriten, doch im Schweizer System muss diese Stärke auch erst einmal Runde für Runde bestätigt werden. Direkt dahinter folgt Hanno Hellenbroich, der versuchen wird, die Spitze unter Druck zu setzen. Komplettiert wird die Topgruppe durch Elia Schönrock, womit der Lübecker SV gleich zwei Spieler ganz vorne im Feld stellt. Doch auch dahinter gibt es einige Spieler, die jederzeit um die vorderen Plätze mitspielen können. Alireza Sadeghpour (Elmshorner SC) und Philipp Golke (SF Wilstermarsch) gehören ebenso zum erweiterten Favoritenkreis. Ein besonderes Augenmerk dürfte außerdem auf Savas Arslan (Raisdorfer SG) liegen, der trotz seines jüngeren Jahrgangs bereits gezeigt hat, dass er gegen starke Gegner bestehen kann. Vielleicht gelingt ihm der nächste große Schritt, manchmal entwickelt sich ein Turnier schließlich so überraschend wie eine Begegnung mit einem plötzlich auftauchenden Dino.

Auch bei den Mädchen dürfte es spannend werden. Ida Klara Kutz (Lübecker SV) geht als nominell stärkste Spielerin ins Rennen und gehört gleichzeitig zur erweiterten Spitze des gesamten Feldes. Dahinter folgt Lea-Maileen Christiansen (Agon Neumünster), die versuchen wird, den Abstand zu verkleinern und im Kampf, um den Titel der Landesmeisterin mitzuhalten.

Am Ende wird sich zeigen, wer über die gesamte Turnierdistanz die konstanteste Leistung abrufen kann. Vielleicht setzt sich der Favorit durch, oder ein anderer Spieler wächst im Laufe der Runden über sich hinaus und übernimmt plötzlich die Rolle des „T-Rex“ im Teilnehmerfeld.

 

U18

Die Altersklasse U18 wird an der Spitze der Setzliste von zwei Spielern angeführt, Justus Sommer (Lübecker SV) und Bjarne Vollbehr (SK Doppelbauer Kiel). Zwischen dem weiteren Teilnehmerfeld besteht ein deutlicher Rating-Unterschied. Es wird spannend, ob die beiden Favoriten ihrer Rolle gerecht werden können oder ob es jemand aus dem Verfolgerfeld schafft, um den Landesmeistertitel mitzuspielen.

Auch in der U18 w gibt es starke Anwärterinnen auf den Landesmeistertitel. Julia Marie Junge (Wilstermarsch) geht als Favoritin mit einem deutlichen DWZ-Vorsprung von über 200 Punkten zu der nächsten Spielerin Ida Rosin (Lübecker SV) als Favoritin in den Kampf um den Titel der Landesmeisterin.

Insgesamt werden 26 Teilnehmende in der U18(w) sich schachlich messen und spannendes Schach bieten. Wir wünschen allen Spielern und Spielerinnen viel Spaß und viel Erfolg bei den Jugendlandesmeisterschaften 2026.

 

Weiteres

Neben den Turnieren der Altersklassen wird es auch wieder mehrere Rahmenturniere geben, bei denen auch Externe herzlich eingeladen sind, mitzuspielen. Dazu gehört unter anderem die LJBMM am Dienstag, ein Blitzturnier mit Auswertung nach Elo am Donnerstag und natürlich die Landesmeisterschaft im Tandem am Samstag um 16:30 Uhr für die Altersklasse U12 und schon um 14:00 Uhr für alle anderen. Alle Infos dazu lassen sich dem Zeitplan entnehmen.

Wer nicht vor Ort sein wird, kann das Turnier auch über eine Live-Übertragung auf der LJEM-Seite, einen Live-Ticker und Berichten auf dieser Webseite und aktuellen Einblicken auf Instagram (@schachjugend_sh) verfolgen.

Das LJEM-Team freut sich auf eine tolle Woche!